• Die Fotos mit Erdogan find ich immer noch scheisse. Wäre aber auch so, wenn es ein Halbamerikaner wäre, der sich mti Trump ablichten lässt oder ein Spieler mit russischen Wurzeln, der sich mit Putin ablichten lässt. Die Kritik hat ja nix mit Rassismus zu tun.


    Dass Grindel ein feiger Wendehals ist, ist ja nun auch nix Neues. :D Aber Özil hat schon Recht, dass er da blödsinnig zum Sündenbock gestempelt wird. Schön, dass Grindel jetzt ins Rampenlicht rückt.


    Letztlich ist es schade, ich hab Özil eigentlich immer ganz gut gefunden, und er hätte einen besseren Abschied verdient gehabt. Aber hat leider nicht sollen sein, und das lag an beiden Seiten. Allerdings wäre er bei der nächsten WM auch schon 33, ist wohl gut, wenn wenigstens ein paar der Spieler, die da so krachend gescheitert sind, ihren Platz frei machen.

  • Find rein sportlich gut, ist einfach nicht mein Typ Spieler. Kann einiges, aber zeigts in der Regel nur, wenn es läuft. Finde, er hat über die Jahre stark abgebaut. Was er in London treibt, kann ich nicht beurteilen.


    Ich verstehe ja durchaus seinen Konflikt. Aber ich nicht so ein Foto machen und dann sagen: "Das hat nix mit Politik zu tun. Is nur Respekt." Hätte jemand aus der N11 nordkoreanische Wurzeln und würde mich mit Kim Jong-un ablichten lassen, wäre es das gleiche. So viel sollte man auch als etwas einfachereres Gemüt auf die Reihe bekommen. Der Fußball ist leider in der Politik angekommen. Danke Merkel!

    "...und Du versaust hier 50.000 Leuten die Party. Dafür spielst Du Fußball." (Thomas Kessler, 19.11.2016)

    Einmal editiert, zuletzt von d1g1talbath ()

  • Özil hatte seit 2011 mehrfach Treffen mit Erdogan, bei denen auch Fotos gemacht wurden. Siehe stern.de


    Die wurden aber meiner Erinnerung nach nie thematisiert, sondern erst das Treffen im Mai kurz vor der WM. Ich halte das für sehr bemerkenswert bei der Beurteilung der Ereignisse.

  • Zitat

    Original von Dietmar
    Özil hatte seit 2011 mehrfach Treffen mit Erdogan, bei denen auch Fotos gemacht wurden. Siehe stern.de


    Die wurden aber meiner Erinnerung nach nie thematisiert, sondern erst das Treffen im Mai kurz vor der WM. Ich halte das für sehr bemerkenswert bei der Beurteilung der Ereignisse.


    2011-Erdogan war aber auch noch vor der Niederschlagung der Gezi-Proteste. Nicht zu vergleichen.

    Die "Diskussionsgrundlage" der Fußballbonzen in Frankfurt ist eine Beleidigung. Unser Ziel: Fußballfans legalisieren, Maleranzüge-Verbot aufheben!


  • Zitat

    Original von Dominik
    2011-Erdogan war aber auch noch vor der Niederschlagung der Gezi-Proteste. Nicht zu vergleichen.


    Zitat stern.de:


    Zitat

    Mindestens fünfmal hat er es getan. 2011, 2012, 2016, 2017 und 2018. Viermal hat es niemanden besonders interessiert.

  • Merkel liefert doch sogar Waffen an Erdogan und schüttelt seinen rechtsextremen Freunden die Hände. Wo sind eigentlich die Boykottaufrufe gegen die WM-Versager, die sich mit Merkel ablichten liessen? :roll:


    Und warum hiess es in unseren Medien immer "Putins WM" oder "Putins Spiele" - aber bei der WM 2006 hier in Deutschland nicht "Merkels WM" und "Merkels Spiele"?


    So viele Fragen - und null Antworten :sarkasm:


    Die EM 2024 wirft auch schon einen schönen Schatten voraus. Wer die UEFA mit der dicksten Steuerbefreiung beschenkt, der bekommt den Zuschlag. Weil es geht ja um den Sport - und nicht ums Geld :sarkasm:

  • Özil ist eine Marionette seiner Berater und Manager.
    So wirklich die hellste Kerze war er nie, Entscheidungen haben immer andere für ihn getroffen, und entsprechend vermarktet. Damals sein Vater, heute halt ein paar Erdogan Fanatiker.

  • Ich wäre nicht empört gewesen, wenn sich ein französischstämmiger deutscher Nationalspieler mit Macron hätte ablichten lassen.
    Ich wäre nicht empört gewesen, wenn sich ein englischstämmiger deutscher Nationalspieler mit der Queen hätte ablichten lassen.
    Ich wäre nicht empört gewesen, wenn sich ein deutscher Nationalspieler mit kroatischen Wurzeln mit der kroatischen Präsidentin hätte ablichten lassen.
    Ich wäre auch nicht empört gewesen, wenn sich ein deutscher Nationalspieler mit italienischen Wurzeln mit Berlusconi hätte ablichten lassen, auch wenn der als Typ echt grenzwertig oder darüber hinaus ist.
    Um Sympathie kann es dabei nunmal nicht gehen!


    Aber wenn ich mich als Sportler (Influencer!) - zu Wahlkampfzeiten - mit einem Erdogan, einem Putin, einem Trump, einem Kim Jong-uns (okay, da gibt es keinen Wahlkampf) oder einem anderen Despoten ablichten lasse, dann mache ich mit ihm gemeinsame Sache und unterstütze ihn. Das sollte man als halbwegs intelligenter Mensch wissen - und unterlassen! Als deutscher Nationalspieler aber erst Recht!


    Das ist auch nicht zu vergleichen mit einem Politiker, der im Rahmen seiner Amtsausübung viele verschiedene Interessen berücksichtigen und deshalb diplomatisch handeln muss. Ich kann natürlich ein ausländisches Staatsoberhaupt ignorieren und damit brüskieren, das hat dann aber auch wieder Konsequenzen, die vielleicht nicht gewollt sind. Also muss man auch mal einen Nachmittag mit Donald Trump überstehen - ich beneide Frau Merkel nicht darum!
    Als Fußballspieler habe ich aber eine Wahl, welche Einladungen ich annehme. Eine Absage lässt sich immer begründen und die Konsequenzen wären gleich null.


    Natürlich kann man sagen, dass man dann auch einem Matthäus die Ehrenspielführerwürde aberkennen müsste und vielleicht sollte man das tun (gäbe neben seiner Anbandelungen mit Putin ja genug Gründe dafür), aber Özil wurde ja gerade nichts aberkannt. Er durfte, bis zu seinem Rücktritt, weiter für die deutsche Nationalmannschaft spielen.


    Wer behauptet, die Kritik sei per se rassistisch, der vergleicht Äpfel mit Birnen und schürt durch sein Verhalten Ressentiments, die ein Erdogan nur allzugerne ausnutzt. Wenn er Özils Kommentar nicht sogar selbst gesteuert hat. Es geht nicht um Türke, Deutschtürke, Deutscher oder sonstwas, es geht um Pro oder Kontra Erdogan! Und da kann es - für jemanden der auf dem Boden des Grundgesetzes steht und für den die Gewaltenteilung ein hohes Gut darstellt - nur ein Kontra sein. Diese Einstellung zur Demokratie, die unseren Staat ausmacht, kann man von einem Nationalspieler schon verlangen, selbst wenn man - wie Rume - einiges verbesserungswürdig finden mag.


    Nicht zu verhehlen ist natürlich, dass auch die deutsche Rechte sich wie die Geier auf die Geschichte gestürzt hat, aber das ändert ja nichts an der Sache selbst. Manchmal teilen nunmal auch Idioten Deine Meinung - wie hier in der Regel aber aus den falschen Gründen.

  • Da spielt auch die Frage mit rein, ab wann ein Regierungspolitiker als "böse" eingestuft wird. Nicht nur Griechen bewerten Merkel sicherlich anders als unsere Presse, sondern auch Kurden. Und die realpolitischen Unterschiede zwischen dem lautstarken Trump und dem allesweglächelnden Obama muss man auch mit dem Mikroskop suchen. Und die Syrer bewerten Macron sicherlich auch anders, als unsere Natozeitungen.

  • Finds halt auch lustig. Solange der Irre vom Bosporus dem Europäer den gemeinen Flüchtling vom Leib hält, ist er lieb und teuer. Aber unterjocht er sein Volk, stärkt den Islam und sperrt Andersdenkende ein, ist er ein Despot. Lächerlich.

    "...und Du versaust hier 50.000 Leuten die Party. Dafür spielst Du Fußball." (Thomas Kessler, 19.11.2016)

  • Ich glaub ja, die Sache ist relativ einfach: Özil und Gündogan wollten gerne auf beiden Seiten ihre Millionen scheffeln. Jetzt, wo das bei Özil nach hinten losgegangen ist, liefert der da eine Begründung, die ihm wenigstens auf einer Seite seine Geschäfte sichert.


    Davon trennen muss man aber die Debatte um alltäglichen Rassismus in Deutschland. Es ist gut, dass die endlich geführt wird, und als Mitglied der diskriminierenden Gruppe hat man nicht das Recht, einem Diskriminierten zu sagen, wann er sich denn jetzt diskriminiert fühlen darf und wann nicht. Das ist eine wichtige Debatte, unabhängig davon, wie man den Fall beurteilt, an dem sich sich entzündet hat.

  • Was der Loddar die letzte Tage wieder für einen Unsinn von sich gegeben hat, Hector angepisst, Draxler beschimpft, dafür will er Wagner zurück und schreibt Löw müsse es machen wie Kovac, blablabla... Warum bekommt der eigentlich immer solche Plattformen? :gruebel::irre:

  • Heute ist Länderspiel gegen Peru in Hoffenheim. Eigentlich wäre Frankfurt an der Reihe gewesen, aber Grindel fürchtet, dass Frankfurter Ultras das Spiel sabotieren werden und die Bewerbung für die EM 2024 damit torpedieren. Der Spiegel schreibt einen Artikel darüber, den der DFB vehement zurück weist. Daraufhin postet der Spiegel den Mailverkehr zwischen Grindel und Vizepräsident Koch. :D


    http://www.spiegel.de/sport/fu…m-wortlaut-a-1227197.html