Der TV-Thread - Kritik, Lob und purer Sex

  • Das grossartige ist, dass es ja nicht nur als Spiegelbild der amerikanischen Gesellschaft funktioniert, sondern auf vielen verschiedenen Ebenen funktioniert. Ich interessiere mich berufsbedingt eben vor allem für die moralischen Konflikte und Abwägungen, die da hervorragend dargestellt werden. Aber es stimmt, als soziologische Studie funktioniert es auch hervorragend.

  • Demnächst ist wieder [URL=http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,820109,00.html]Eurovision Song Contest[/URL] :D

  • Ich guck das ja nicht mehr.....aber was war denn da los? Hatte das nen Hintergrund? :shock:

  • Nachdem ich jahrelang mit US-Sitcoms generell nichts anfangen konnte und der Hype z.B. um "Two and a half men" mir völlig rätselhaft blieb, musste ich aufgrund von "The Big Bang Theory" meine Einschätzung revidieren. Nachdem ich damit durch war, habe ich nun mit "30 Rock" einen würdigen Nachfolger gefunden. Schaut das sonst noch jemand?

  • 30 Rock kenne ich noch nicht, aber mittlerweile habe ich gelernt, dass man Deinem Geschmack vertrauen kann, insofern teste ich das vielleicht mal :wink:


    Mir ging es ähnlich - "Two and a half men" finde ich bis heute mehr als flach, "Big bang Theory" aber durchaus amüsant. Was ich noch empfehlen kann, ist "It's always sunny in Philadelphia", das hat auch ziemlich grosse Momente!

  • Danke für das Lob aus berufenem Munde! :)


    Von letzterer Serie hab ich wirklich noch nie was gehört, aber ich werd mich mal informieren. :wink:

  • Zitat

    Original von Badeladze
    Kommt gerade was vernünftiges im TV? Champions League macht keinen Spaß mehr... :twisted:


    Auf sport1 kannst du Neururer beim CL gucken und Bierchen nippen zugucken :D

  • Schmidt ist weltklasse - immer noch! 23:30 Uhr in der Woche ist aber für einen Berufstätigen eine kackige Zeit.

  • Hat sich jemand gestern "Der Sturz" in der ARD angeschaut?


    Erstes Interview seit der Wende mit Margot Honecker in Santiago de Chile.


    Also ich war ziemlich überrascht, wie geistig fit die Frau mit ihren 84 noch ist, wenngleich ihre Äußerungen z.T. ziemlich heftig waren, bspw. über die Mauertoten oder die Zwangsadoptionen und die Zustände in Kindererziehungsheimen wie in Torgau.


    Aber schon interessant, was man so erfährt: Sie bekommt 1.500 Euro Rente monatlich, ihre Tochter ist arbeitslos und sie trinkt mit Vorliebe Coca-Cola. :D

    • Offizieller Beitrag

    Gesehen habe ich es nicht, sondern nur einige Abschnitte nachgelesen. Aber für bemerkenswert hielt ich den dafür bereitgehaltenen Sendeplatz zur "Prime Time" um 21:00 Uhr.


    Während Hintergrunddokus über den Istzustand der Gesellschaft oder die Verfilzungen bezüglich der Finanz/Eurokrise eher ins Nachtprogramm des Nach-23:00-Bereiches geschoben werden, flimmert solch eine gruselige und eher belanglose Leichenschau zur besten Sendezeit in die heimischen Wohnstuben. Und das passiert nicht aus Versehen, sondern diese Agenda wird von eigens installierten Programmplanern genau so geplant.


    Waren die Interviewfragen eigentlich auch vorab abgesprochen, so wie z.B. bei Merkelinterviews? Hab dazu nix gefunden.

  • Zitat

    Original von Rume
    Waren die Interviewfragen eigentlich auch vorab abgesprochen, so wie z.B. bei Merkelinterviews? Hab dazu nix gefunden.


    Zu Beginn der Sendung hieß es, dass das Interview an drei Tagen (je eine Stunde) aufgenommen wurde und dass alle Fragen erlaubt gewesen sind.


    Mich hat es auch echt erschrocken, wie verbissen diese alte Frau an ihren alten Idealen hängt und keinerlei Schuld eingesteht.
    Beim Schildern ihrer Gefühle bei der Flucht aus der DDR wirkte sie dagegen sehr menschlich, sodass man fast Mitleid mit ihr bekommen konnte.
    Alles in allem eine sehenswerte Doku, die Frau Honecker Raum gibt, sich darzustellen, diese Positionen aber auch von Anfang an kritisch hinterfragt und im Zusammenspiel mit anderen Zeitzeugen versucht, aus verschiedenen Perspektiven darzustellen.

    "Jung, et jitt drei Saache, die söök sich keiner uss: Vatter un Mutter un – wat willste maache – dä Club, mit dem man leiden muss."

    Einmal editiert, zuletzt von Barhocker ()

  • Hab es auch gesehen und war zum einen beeindruckt, daß sie sich den Fragen gestellt hat und gleichzeitg schockiert wie weit weg diese Frau von der Realität ist. Kein Zeichen von Schuld, Reue oder Einsicht. Dem entsprechend auch die Kommentare der anderen Interviewten. Was mich ärgerte war, daß die nie dafür belangt wurde und auch noch Rente aus Deutschland kassiert. Gerne hätte ich aber gewußt, was der Pfarrer, der die Honeckers aufnahm, denen wirklich gesagt hatte. Also ob er seine Wut oder das, was sie ihm in der Vergangenheit angetan haben, angesprochen hat.


    Das größte Kopfschütteln brachte aber ihr Statement am Ende. Das das System der DDR wiederkäme in Deutschland und sie sich so absolut sicher darüber ist.
    Unfaßbar diese Frau!

  • Aule
    Klar, war das z.T. übel, was sie zum Thema DDR-Unrecht von sich gegeben hat.


    Allerdings...hast Du ernsthaft erwartet, dass eine 84-jährige Frau, die über 40 Jahre überzeugte Kommunistin und in der DDR von Anfang an an vorderster Front "mitgestaltet" hat, auf einmal ihre Meinung ändert? Kennst Du jemanden, der in dem Alter, seine Einstellung zu einem bestimmten Sachverhalt um 180 Grad ändert?


    Selbst etliche PDS-Politiker hatten bis vor knapp 10 Jahren noch große Probleme damit, die DDR als einen Unrechtsstaat zu bezeichnen. Und Margot Honecker gehörte ganz im Gegensatz zu den meisten PDS-Politkern zu den uneingeschränkten Profiteuren des Systems.


    Und was meinst Du, viele Westdeutsche selbst noch in den 60er und 70er Jahren den Nationalsozialismus für eine gute Idee hielten, die nur schlecht ausgeführt wurde? :o:


    Warum sollte sie also Entscheidungen aus dieser Zeit im Nachhinein als falsch hinstellen, wo es doch zu dem Zeitpunkt Recht und Gesetz war und die DDR ein international anerkannter Staat.


    Zitat

    Das größte Kopfschütteln brachte aber ihr Statement am Ende. Das das System der DDR wiederkäme in Deutschland und sie sich so absolut sicher darüber ist.


    Hier muss man natürlich auch anmerken, dass gerade diejenigen, die mit den Montagsdemos in Leipzig und später im ganzen Land das SED-Regime zu Fall brachten, mehrheitlich nicht für eine Wiedervereinigung waren, sondern für den Fortbestand der DDR unter einer neuen Führung und anderen gesellschaftlichen Grundordnungen.


    Dass sie von der Dynamik ihres eigenen Handelns und vor allem von den Umbrüchen in den anderen Ostblockstaaten eingeholt wurden und schlussendlich den Einheitsprozess nicht mehr aufhalten konnten, scheint da für Honecker ein Anlass zu sein, an eine Rückkehr der DDR oder einem ähnlichen Gebilde zu glauben.

  • Nun ja, ich habe immer gedacht die Honeckers machen es sich einfach etwas leicht. Das Volk ruhig stellen und selber geniessen. Gar nicht mal wegen der Überzeugung heraus auf Grund eines Systems.


    Aber du hast recht. Ich denke es war doch eher so, daß sie komplett hinter der Sache standen. Dann ist es natürlich irgendwo logisch, daß man die Idiotie dahinter nicht einsieht. Erschreckend bleibt es allemal.

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