Kann man dem Sport noch trauen?

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    Die Doping-Enthüllungen bei der Tour de France haben offengelegt, wie hartnäckig im Radsport gedopt wird; es ist Teil des Systems. Aber nicht nur im Radsport, auch in anderen Sportarten wird seit vielen Jahren offensichtlich gedopt, und die Strafen sind nach wie vor recht milde. In anderen Fällen kommen definitiv gedopte Sportler straflos davon (man denke an Florence Griffith-Joyner, die als Frau die 100 Meter in 10,5 Sekunden lief, oder Michael Johnson mit 19,32 Sekunden über 200 Meter). In der Leichtathletik, im Baseball, im Tennis (kürzlich der Fall einer 15-Jährigen), im Schwimmen. Im Fußball hatten wir ebenfalls Fälle, man erinnere sich an Edgar Davids oder Marc Overmars (glaube ich). Und es sage mir keiner, im Fußball bringe das nichts. Was Fitness, Ausdauer und Schnellkraft wert sind, haben wir nicht erst bei der WM gesehen.


    Aber es ist ja nicht nur das Doping. Im Fußball wird auch sonst manipuliert, was das Zeug hält. Die gemeinsame Klammer sind finanzielle Interessen. Wir erinnern uns an Hoyzer und Co., in Italien demonstriert ein mafiös durchdrungener Rechtsstaat seine Unfähigkeit zur Verfolgung der Verantwortlichen.


    Steckt der Fehler im System? Und hat es wirklich etwas mit Geld zu tun? Gedopt wird heute selbst in Kreisliga-Mannschaften (Anabolika etc.). Sind wir eigentlich nur noch verblödete Lemminge, die ein Spiel anschauen, das überhaupt nicht durch sportliche Leistung auf dem Spiel entschieden wird, sondern durch die Kunst der besten Manipulation?

  • Zitat

    Original von Dominik
    Aber nicht nur im Radsport, auch in anderen Sportarten wird seit vielen Jahren offensichtlich gedopt


    Dazu passt die Rückseite der Augist-TITANIC. Man sieht Jan Ullrich in einem T-Shirt mit der Aufschrift "Forschung ist die beste Medizin."
    Und in den Mund gelegt wurde im folgendes Zitat:
    "Ich bin Radprofi. Aber dank der richtigen Medikamente kann ich schön zuhause auf der Couch liegen."


    :D

  • Tja, eine gute Frage. Ich denke, dass sich das Doping in Mannschaftsarten wie dem Fußball nicht so "Lohnt" wie in Einzelsportarten. Natürlich hört man immer al wieder von Doping auch im Fußball, aber im Verhältnis zu anderen Sportarten doch eher selten und gering. Da müsste man schon ein ganzes Team dopen und das halte ich für schwierig.
    Ich bin absolut dafür, dass des Dopings überführte lebenslänglich gesperrt werden sollten, vielleicht hilft das, Aberkennung diverser Titel natürlich inklusive. Ich weiß nicht, ob das helfen würde, aber wenn der Sportler weiß, ok, ich dope und werde gesperrt, dann bin ich weg und zwar für immer, vielleicht schreckt das welche ab, 2 Jahre sind doch witzlos.
    Die Methodik der Festellung muss noch verbessert werden, grad die Blutdopinggeschichte, wobei es dabei schwierig ist, weil einige Sportler von Hause aus höhere Hämatokritwerte haben.
    Grad bei AUsdauersportartenwie Radsport oder Wintersport, oder Kraftsportarten wie Leichtathletik und Schwimmen ist das Doping weit verbreitet, schwierig gestaltet sich allerdings schon die Dopingkontrollen. So verschwinden einige Russische Wintersportler sogar während der Saison für einige Wochen irgendwo in Sibirien, keiner weiß genau wohin, wie sollen da die Kontrolleure hinnkommen.


    Eine Verarschung ist es für alle, die nicht dopen und auch für die Zuschauer.
    Wenn die Radfahrer alle 10min später ankommen ist doch auch okay und es ist auch nur menschlich, wenn einer später kommt .
    Ob die Langläufer 2Minuten früher oder später die 50km schaffen ist doch egal, hauptsache es ist fair und spannend. und wer brauch schon ständig neue WR im Schwimmen und der Leichtathletik. Und das ständige Gemecker, dass die Deutschen da schlecht sind, nervt gewaltig, wenn keiner mehr dopen würde, wären wir da vielleicht auch besser..

  • Zitat

    Original von Dominik
    100-Meter-Weltrekordler Justin Gatlin positiv auf Testoteron getestet...


    Ein ungünstiger Zeitpunkt für ihn...


    Hotte hat das Dopingproblem zwischen Mannschafts- und Einzelsportarten eigentlich ganz treffend beschrieben.


    Es wird immer Leute geben, die dopen werden, aber durch gezielte Maßnahmen und harte Strafen, sollte man es auf ein Minimum eingrenzen können.

    Und wenn ihr mit dem Rücken zur Wand steht, dann lacht eurem Gegner ins Gesicht, denn die Wand sind wir!

    • Offizieller Beitrag

    Freilich muss man unterscheiden zwischen Sportarten, bei denen nur die individuelle Leistung zählt (Leichtathletik) und Mannschaftssportarten. Aber der Verweis, bei Mannschaftssportarten falle Doping nicht so sehr ins Gewicht, ist meines Erachtens verharmlosend und führt dazu, dass nicht mit aller Vehemenz vorgegangen wird.


    Der Radsport ist auch nicht einfach eine Individualsportart: Es geht sehr wohl auch um Teamwork, wenn der einzelne mehr für das Team arbeitet, können andere sich schonen und die entscheidenden Akzente an anderer Stelle setzen. Das ist an anderer Stelle nicht anders.


    Im Baseball und im Eishockey wird auch bereits gedopt, was das Zeug hält. Der Fußball wird immer schneller und stellt immer höhere Anforderungen an die Spieler.


    Das Problem, auf das ich hinauswollte, ist aber, dass es schon so etwas wie eine allgemeine Betrugskultur zu geben scheint, da aufgrund der involvierten materiellen Interessen allein der Erfolg zählt. Dramatisiere ich das? Oder ist das vielleicht der Grund, warum unser Sport und der Leistungssport generell langsam kaputt gehen?

  • Zitat

    Original von Dominik
    Aber der Verweis, bei Mannschaftssportarten falle Doping nicht so sehr ins Gewicht, ist meines Erachtens verharmlosend


    ...es soll einfach heißen, dass sich Doping nicht in dem Maße lohnt wie bei einer Einzelsportart. Wenn sich ein LV beim Fussball dopt fällt das doch kaum ins Gewicht.

    Und wenn ihr mit dem Rücken zur Wand steht, dann lacht eurem Gegner ins Gesicht, denn die Wand sind wir!

    • Offizieller Beitrag
    Zitat


    Wenn sich ein LV beim Fussball dopt fällt das doch kaum ins Gewicht.


    Findest du? Schau dir mal das Laufpensum eines Philipp Lahm an. Der läuft in jedem Spiel viele Kilometer vor und zurück. Ich will damit sagen, dass selbst Außenverteidiger durchaus rational begründet dopen könnten, da sie im heutigen Fußball eine Schlüsselposition besetzen.


    Klar: Im Radsport gewinnt, wer die höchste Wattzahl über die längste Zeit treten kann. Im Fußball ist das nicht so einfach.

  • Natürlich kann ein Einzelner den Ausschlag geben, aber wenn es deutlich was bringen würde, wären mehr Fälle bekannt, denn kontrolliert wird ja...

    Und wenn ihr mit dem Rücken zur Wand steht, dann lacht eurem Gegner ins Gesicht, denn die Wand sind wir!

    • Offizieller Beitrag


    Das stammt von einem Vorsitzenden des Fifa Doping-Subkomittees und ist insofern natürlich mit Vorsicht zu genießen. Grundsätzlich ist man bei der Fifa aber immer noch zögerlich, gerade, was die von der Wada geforderte Zwei-Jahres-Mindeststrafe bei schweren Vergehen angeht.


    Gut, im großen und ganzen hat FC aber damit Recht, dass im Fußball der Einfluss der Leistung eines einzelnen freilich geringer ist als in einer Individualsportart und somit auch der mögliche Einfluss von Doping.


    Deshalb, würde ich jetzt mal als These in den Raum stellen, wird im Fußball an anderer Stelle getrickst und geschummelt, um finanzielle Interessen durchzusetzen: Die Spiele werden direkt manipuliert, indem die Schiedsrichter oder Spieler bestochen werden.

  • Hat jmd gestern Sportstudio gesehen? Da war ein Radfahrer zu gast der auch von Ulrichs Artzt behandelt wurde und der mal aus dem Nähkästchen geplaudert hat. Kleiner Auszug :


    Poschi : In dem Labor wurden auch Fussballer gedopt. Nur spanische oder auch Internationale.
    Gast : Auch Internationale.
    Poschi : Deutsche?
    Gast : Der ein oder andere Fussballer aus Deutschland ist dabei.


    :mundzu:

  • Zitat

    Original von Horndog
    Gast : Der ein oder andere Fussballer aus Deutschland ist dabei.


    Aber vermutlich keiner von Duisburg oder Köln in der letzten Saison. :wink:

  • Ich wollte keinesfals Doping in Mannschaftssportarten verharmlosen!
    Natürlich gibts da auch Doping, und nur weil es bei dem Einzelnen nicht so auffällt, soll das nicht heißen, dass Dopingkontrollen oder -strafen unter den Tisch fallen sollen!


    Wenn man Dominiks Liste ansieht, hat Cannabis die höchste Quote und Cannabis ist ja nun nicht das Dopingmittel schlechthin.


    Für mich siehts auch nach einer richtigen Betrügungsmafia aus, zumindest im Radsport und das ist traurig genug. Ich glaub auch nicht, dass die Zuschauer immer neue Rekorde sehen wollen. Mir ist auch ein sauberer, faierer Sport lieber, als ein gedopter mit immer neuen Rekorden.

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    Aus dem Kicker-Forum:


    Zitat


    Mal Klartext: Fast alle Radler haben in ihrem Starterpass eine Asthmaerkrankung drin stehen? Warum? Dann darf man Clenbutherol (das Mittel der Katrin Krabbe damals) legal nehmen. Und Lance Armstrong darf nach seiner Hoden-OP auch Testosteron verabreichen. Tja, und externes Testosteron kann man halt in der Urin-Probe nicht nachweisen, weil es ja ein Körpereigener Stoff ist, sondern lediglich das Verhältnis von Testosteron zu Epitestosteron, einem Abbauprodukt. Erst wenn dieser Quotient grösser als 8 ist, "fällt man positiv auf". Also was macht man nun: Man verabreicht Testosteron zusammen mit Epitestosteron und der Quotient im BLut bleibt immer schön unter 8, auch wenn die Athleten zu bis unters Dach sind. Haben schon die DDR-Sportler erfolgreich betrieben. Zu dumm nur, wenn warum auch immer durch die Strapazen der Tour oder Stoffwechsel-Probleme die verabreichte Menge nicht mehr so genau zu dosieren is, dann schwappt das mal schnell über 8.


    Fazit: Fast jeder Leistungssportlier nimmt Leistungssteigernde Mittel. Jeder! Und warum fällts nicht auf?
    Na was denkt Ihr, was ein Dopingtester mit ner positiven Probe zuerst machen könnte? Publik machen, oder zum Sponsor der Athleten gehen? was sind schon die 300 Euro für den Tester, der die Probe abnimmt gegen ne Werbekampagne von mehreren Millionen?


    Momentan schiesst man sich gerade mal auf die Fahrradfahrer ein, aber genauso könnte man in vielen anderen Sportarten kehren.

  • In letzter Zeit tauchen immer mehr Dopingfälle auf, sei es durch bessere Kontrollen oder nachlässigeren Gebrauch. Und da sich das nicht nur auf eine Sportart begrenzt, mache ich mal einen neuen Thread im Antibereich auf wo wir alle die Dopingmeldungen sammeln können die uns so begegnen.


    Es wird leider einiges zuammenkommen.


    Ich starte gleich mal mit folgender Netzeitungmeldung:


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    Sport1 berichtet:


    Zitat

    Marion Jones positiv getestet?
    New York - Die dreifache Sydney-Olympiasiegerin Marion Jones steht erneut unter Dopingverdacht.


    Der US-Star, der am Freitag fast fluchtartig wenige Stunden vor Beginn des Leichtathletik-Meetings "Weltklasse in Zürich" abgereist war, soll nach Informationen der "Washington Post" bei den nationalen Meisterschaften im Juni in Indianapolis positiv auf EPO getestet worden sein.
    Das berichtet das renommierte Blatt auf seiner Internet-Ausgabe.
    Mehrere andere US-Tageszeitungen berufen sich auf ähnliche Informationen. Gemäß der "Chicago Tribune" soll die B-Probe am 6. September geöffnet werden.
    Sollte auch dieser Test ein positives Resultat bringen, droht Jones eine zweijährige Sperre.


    :help:

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    Von Spiegel Online:


    Zitat

    Doping an Sportschule aufgeflogen


    In zwei Jahren finden in Peking die Olympischen Spiele statt. Was Behörden jetzt im Nordosten Chinas entdeckten, ist jedoch alles andere als gute PR. An einer Sportschule wurde offenbar systematisch gedopt. In derselben Provinz gab es bereits einen ähnlichen Fall.


    Peking - Es war eine überraschende Inspektion der staatlichen Sportverwaltung und der Anti-Doping-Kommission, die auf einen Tipp reagierten. Das berichteten amtliche Medien. Mitarbeiter der Anshan Sportschule seien demnach auf frischer Tat ertappt worden, als sie den jugendlichen Sportlern gerade verbotene Substanzen spritzten. Injektionsspritzen sowie "große Mengen" Epo und Testosteron seien sichergestellt worden. Die Sportler hätten sich auf örtliche Wettkämpfe vorbereitet.


    http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,433394,00.html

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    Ich muss mich grad mal über die Sportart Schwimmen aufregen. Wen wollen die eigentlich verarschen? :motz: Da fällt grad bei der WM mal wieder ein Weltrekord nach dem anderen, unter anderem hat Michael Phelps seinen eigenen Weltrekord von gestern über 200 Meter Freistil, bei dem er den alten WR schon um zwei Zehntel unterboten hatte, nochmal um ca. 1,8 Sekunden pulverisiert. Außerdem haben bei den Frauen über die gleiche Strecke auch die Französin Manadou und die Deutsche Lurz den alten Weltrekord von Franziska van Almsick (der schon gestern gebrochen wurde) um gut eine Sekunde unterboten.


    Da wird doch noch mehr gedopt als beim Radfahren :motz: Das kann mir doch keiner erzählen, das ist doch nicht der Stabhochsprung der Frauen, sondern eine Sportart, die es seit anno dazumal gibt.


    Nur mal so zum Vergleich: Mark Spitz ist 1972 über 200 Meter Freistil in 1:52.78 mit Weltrekord Olympiasieger geworden. Phelps hat jetzt 1.42,09, also zehn Sekunden weniger gebraucht. :help:

  • Zitat

    Original von DominikNur mal so zum Vergleich: Mark Spitz ist 1972 über 200 Meter Freistil in 1:52.78 mit Weltrekord Olympiasieger geworden. Phelps hat jetzt 1.42,09, also zehn Sekunden weniger gebraucht. :help:


    Die heutigen Schwimmer sind sich einfach nicht mehr zu schade für ne Ganzkörperrasur. Das macht schonmal 10 Sekunden aus :wink:

    Erste Runde Arsenal, dann zu Roter Stern, nach Borisov da fahren wir auch gern. Danach ist's eh vorbei, scheißegaaal, der FC war internationaaal.
    EUROPAPOKAAAAL!

  • Gebe Dir absolut Recht! Wie kann der von gesern auf heute seinen eigenen WR um 1,8!!! sec verbesseren??? Das geht wirklich kaum. Und 10sec in 35 Jahren sind echt krass :shock:
    Das wusste ich noch gar nicht....
    Vor allem gibts keine technischen Verbesserngen (wie zb im alpinen und nordischen Ski-Bereich), die Schwimmen doch alle schon seit Jahren in diesen Ganzkörperkondomen....(zumindest die Meisten)

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    Nach einem Bericht der französischen Sporttageszeitung "L'Equipe" wurden bei Thorpe bei einem Trainingstest im Mai 2006 erhöhte Werte von Testosteron und Wachstumshormonen festgestellt.


    http://www.sport1.de/de/sport/artikel_1026709.html


    :pfeif:


    Mal gespannt, was bei Phelps noch so alles rauskommt :roll:

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    Erstmals berichtet ein aktiver deutscher Tennisprofi über Einzelheiten im Zusammenhang mit möglichen Wettmanipulationen im Tennis. In der WDR-Sendung "sport inside" behauptet der Profi, der auch an ATP-Turnieren teilgenommen hat, dass aktive Tennisspieler bei internationalen Turnieren in der "Players Lounge" ungehindert Tenniswetten vorgenommen hätten.


    Der vollständige Beitrag läuft heute um 22.45 Uhr im WDR-Fernsehen bei "sport inside".

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